Quetschbeutel – die Alternative zu frischem Obst?

Quetschbeutel - toll für unterwegs
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In einem aktuellen Test von Ökotest fallen Obst-Quetschbeutel nur bedingt gut ab: Die dort getesteten Sorten haben alle viel (teils zuviel) Zucker. Natürlich keinen Kristallzucker, jedoch durch das hinzufügen von Apfel-/ Traubensaft und manchmal sogar Fruchtsüße (diese besteht aus Glukose und Fruktose – ernährungsphysiologisch ist das dem Kristallzucker gleichzusetzen), beinhalten die kleinen Quetschbeutel oft etwa soviel Zucker wie ein Fruchtzwerg. Also doch kein Obstersatz, sondern eher Ersatz für eine Nascherei?

Ich habe mir den Test von Ökotest mal gekauft und genau gelesen. Bei uns gibt es nämlich das ‚Problem‘, dass das Töchterchen keine hingebungsvolle Obstesserin ist. Gestern die Banane wurde nicht einmal probiert (vor ca. 4 Wochen waren Bananen aber noch lecker). Trauben aus Opas und Omas Garten sind auch toll (wie erkläre ich nur einer gerade Einjährigen, dass es nun fast Winter ist und es keine Trauben mehr gibt da draußen?), aber die gekauften Trauben rührt sie nicht an. Meine Nichte verschlingt Mandarinen, mein Töchterchen hat sie nicht angerührt und der Mund blieb zu. Also kein Obst für sie? Oder doch einmal am Tag einen Quetschbeutel? Diese liebt sie und saugt sie mit Hingabe leer.

Nun warnt im Ökotest Bericht Dr. Johanna Kant, Vorsitzende des Bundesverbandes der Kinderzahnärzte davor, dass der viele Zucker die Milchzähne schädigt, da er – durch das raussaugen – direkt die Milchzähne umspült. Ein Apfel wäre da die etwas bessere Wahl. Doch meine Zahnärztin sagte mir vor einigen Wochen, dass das permanente Reichen von Obst über den Tag verteilt, den Zähnen keine Ruhe geben würde und – durch die Säure plus den Fruchtzucker im Obst – auch den Schmelz angreift. Ja was denn nun?

Nun ist es ja so, dass Kinder nicht den ganzen Tag über etwas zu essen benötigen. Frühstück, Mittagessen, Abendessen und dazwischen eine Zwischenmahlzeit genügen. Das gilt auch für Obst.

Doch auf ein paar Dinge sollte und kann man einfach achten:

  • Alle Quetschbeutel die für (Klein)Kinder gemacht und auch so deklariert sind (es gibt mittlerweile ja auch das Quetschobst außerhalb der Baby-/Kleinkindabteilung) sind im Ökotest pestizidfrei. Acht Quetschbeutel ohne Altersangabe wurden getestet, in sechs von diesen steckten Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel. Also hier: Hände lieber weg.
  • Biete deinem Kind immer wieder Obst am Stück an. Denn was es heute nicht mag, kann kommende Woche schon sein Lieblingsobst sein.
  • Wenn es Quetschobst gibt, dann sollte die Nahrung ‚drumherum‘ auch mal aus etwas Festem bestehen, damit das Kauen trainiert und die Kiefermuskulatur ausgebildet wird (Ganz wichtig für die Sprachentwicklung! Durch das Kauen kommt die Zunge nämlich erst in seine physiologische Stellung, nur so gelingt später die korrekte Aussprache). 
  • Generell auf altersgerechte und ausgewogene Ernährung achten. Dein Kind muss nicht andauernd Bio und Vollkorn essen, aber nur süß und pappig ist eben auch nicht gesund.

Weitere Vorteile:

  • Unterwegs lassen sich die Beutel prima mitnehmen – ohne noch eine Dose zur Aufbewahrung, Messer zum Schälen etc. einpacken zu müssen.
  • Auch wenn frisches Obst dabei war, aber schon verputzt ist und der Appetit noch da ist
  • Wenn einfach mal nichts Frisches im Haus ist, sind die Quetschbeutel eine wunderbare Lösung, da länger haltbar und besser lagerbar

Unser Fazit: Für uns war und wird es auch so bleiben, dass Quetschobst eine tolle Alternative ist. Wenn das Mäuschen kein gereichtes Obst essen will, dann ist meiner Meinung so ein Quetschbeutel mit Sicherheit gesünder und besser (denn immerhin steckt hier reines Obst drin!), als der Schokoriegel. Es kommt eben wie so oft aufs Maß an….

 

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2 Antworten

  1. Andrea sagt:

    Es gibt mittlerweile schon wiederverwendbaren Nachfüllbeutel. Das löst zwar nicht das Problem mit Kauen und Karies, aber man kann ungesüßtes Fruchtmus einfüllen und hat weniger Müll. Wäre das eine Option fürs Töchterchen?

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