Wie viel Schlaf braucht ein Baby, Kleinkind und Kind?

Schlafbedarf Baby
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Eine Frage, die gerade Erst-Mamas immer wieder beschäftigt – und die Zweit-Mamas regelmäßig in den Wahnsinn treibt: Wie viel Schlaf braucht mein Baby/ Kleinkind/ Kind?

In der Tat ist es wie bei uns Erwachsenen: Es ist von Kind zu Kind verschieden.

Während ihr erstes Kind noch der totale Vielschläfer war, kommt ihr Zweites mit zwei Stunden weniger Schlaf aus. Was aber kein Grund zur Sorge ist. Viel wichtiger ist, dass das Thema Schlaf kein Kampf wird.

Ein Beispiel: Du legst dein Kleines um 19 Uhr ins Bett und es gibt – jeden Abend – Theater bis etwa 20 Uhr. Dann erst schläft das Kind. Ganz klar: Dein Kleines ist um 19 Uhr einfach noch nicht müde. Schlafforscher sagen, man solle max. 30 Minuten versuchen einzuschlafen, gelingt dies nicht, sollte man aufstehen und etwas anderes machen. Erst wenn die Müdigkeit da ist, sich wieder hinlegen. Okay – ich muss zugeben, ich benötige in der Regel immer länger als 30 Minuten zum einschlafen. Ich verarbeite meinen Alltag: gehe in Gedanken nochmal den vergangenen Tag durch, überlege was ich am kommenden Tag zu tun haben usw usw. Doch Kindern sollte das einschlafen – vor allem nach einem Ritual, wie auch immer das aussehen mag – einfacher fallen. Und wenn das ‚zu Bett gehen‘ mit einem Kampf zu tun hat, dann muss etwas geändert werden.

Doch nun wieder zurück zum Schlafbedarf.

Folgende Übersicht gilt als „grober Richtwert“. [Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)]

Schlafdauer von Kindern von 0 bis 6 Jahre (je 24 Stunden)
0 bis 3 Monate: ca. 17 Stunden
3 Monate: ca. 14, 5 Stunden
6 bis 9 Monate: ca. 14 Stunden
12 Monate: ca. 14 Stunden
18 Monate: ca. 13,5 Stunden
2 Jahre: ca. 13 Stunden
3 Jahre: ca. 12,5 Stunden
4 Jahre: ca. 12 Stunden
5 Jahre: ca. 11,5 Stunden
6 Jahre: ca. 11 Stunden

Doch bitte beachten: Schwankungen von bis zu 2 Stunden pro Kind sind normal. Extreme Ausreisser nach oben oder unten sollten abgeklärt werden.

Mittagsschlaf: Bis wann muss der sein?

Und schon das nächste, individuelle Thema. Generell kann man sagen, dass bis ca. 2.5 Jahren ein Mittagschlaf noch unumgänglich ist. Generell gilt: Solange dein Kind mittags müde ist, sollte es auch schlafen. Regulierend musst du eingreifen, wenn es sich dann abends nicht mehr ins Bett legen lässt und die ‚Nacht zum Tage‘ macht. Viele Kinder schlafen Mittags irgendwann nicht mehr, jedoch brauchen sie eine Pause. Hier hilft es – noch bis ins Grundschulalter hinein – eine  generelle „Mittagspause“ einzuführen. Ob dein Kind dann schläft, ein Buch liest oder einfach ganz in Ruhe etwas malt, ist egal. Hauptsache es hat diese Zeit für sich alleine – und wir Mamas haben auch unsere Ruhe ;-).

Aufstehzeiten – Zubettgehzeiten

Das ist ein Punkt, den viele Eltern falsch deuten. Wir alle kennen den Satz „Geht es um 6 Uhr ins Bett, ist es um 6 Uhr wach. Geht mein Kind um 22 Uhr ins Bett, ist es um 6 Uhr wach.“. Leider ist dies nicht ganz so korrekt: Natürlich hat der Körper eines jeden irgendwann eine gewissen  Routine verinnerlicht. Und natürlich wird dein Kind nicht bis 9 Uhr ausschlafen, wenn es sonst immer um 6 Uhr aufsteht. Doch generell gilt: Die Zubettgehzeiten richten sich nach den Aufstehzeiten und umgekehrt.

Da mein Mann immer lange arbeitet, wäre es für ihn sehr schlimm, wenn unsere Tochter schon um 19 Uhr ins Bett gehen würde. Er würde sie – unter der Woche – nie zu Gesicht bekommen. Also war klar, dass sie definitiv immer später ins Bett geht. In der Regel so zwischen 21 Uhr uns 21.30 Uhr. Natürlich ist sie dann nicht schon um 6 Uhr auf. Meistens schläft sie bis ca. 9 Uhr. Ihren Mittagsschlaf hält sie zwischen 13 und 14 Uhr. Der variiert in der Länge. 

Somit heißt es auch: Stellst du fest, das dein Kind morgens immer eher wach wird, kannst du davon ausgehen, dass sich der Schlafbedarf geändert hat. Dann hilft es schon, es etwas später ins Bett zu legen. Doch gib deinem kleinen Schatz etwas Zeit, dass sich sein Körper daran gewöhnt. Generell sollte der morgendliche Schlaf eher länger sein, dafür die Zubettgehzeit etwas nach hinten geschoben werden. (Forscher haben herausgefunden, dass jeder Mensch, unabhängig des Alters und wann er ins Bett geht, 2 Tiefschlafphasen je Nacht hat. Und die sind bekanntlich besonders wichtig. Die erste variiert je nach Zubettgehzeit. Die zweite Tiefschlafphase, so die Forscher, liegt aber immer zwischen 6 und 8 Uhr morgens. Also je mehr man in dieser Zeit schläft, desto erholter fühlt man sich).

Übrigens
Gerade in den südlichen Ländern ist es völlig untypisch die Kinder so früh ins Bett zu stecken. Häufig sieht man hier die Kinder nach 21 Uhr noch in Restaurants usw sitzen. Und auch, wenn es dann irgendwann schön ist als Eltern mal „Feierabend“ zu haben, sollte man sich am Anfang überlegen, wie man seinen Alltag gestalten möchte – auch mit Kind. Hier sollten ein paar Fragen gemeinsam geklärt werden:

  • Kommt der Papa spät von der Arbeit? Dann ist es nicht sehr schön, wenn er nie Zeit mit seinem Kind hat.
  • Geht man gerne abends in einem Restaurant essen? Dann ist es sehr ungünstig, wenn die Zubettgehzeit des Kindes um 19 Uhr liegt.
  • Sind die Eltern eher „Langschläfer“? Dann wäre es sehr schön, wenn das Kind – besonders auch am Wochenende – länger als 6 Uhr schläft.

Denn wenn diese Eckdaten geklärt sind, dann ’sperrst‘ Du dich nicht zu Hause ein, sondern ihr könnt euren Alltag so gestalten, wie es für eure Familie passt. Natürlich ändert sich vieles nochmal, wenn dein Kind in den Kindergarten/ die Schule kommt. Jedoch gerade die ersten Jahre kann man doch viel flexibel gestalten.

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1 Antwort

  1. Hosting sagt:

    Wie viel Schlaf braucht mein Kind? Uberblick uber die durchschnittliche Schlafdauer in einer Grafik zum Ausdrucken.

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