Wenn Stillen ganz einfach ist: mein Erfahrungsbericht

SERIE, TEIL 2 | Wir haben vor ein paar Tagen ja schon einmal darüber berichtet, wie es ist, wenn stillen so gar keinen Spaß macht, schmerzhaft ist und es nicht so läuft, wie es oftmals propagiert wird.

Doch das es auch anders geht, habe ich erfahren: Ich wusste, dass viele Frauen Probleme haben. Zu wenig Milch, Schmerzen oder oder oder. Schon weit bevor ich schwanger war, habe ich mich immer mal wieder mit dem Thema beschäftigt. Gegen Ende meiner Schwangerschaft habe ich meine Hebamme gefragt, ob ich irgendwas zur „Vorbereitung“ tun könne. Sie meinte damals, das man nicht viel machen könne. Höchstens die Brustwarzen nach dem Duschen mal „kräftig mit nem Frotteehandtuch abrubbeln“. Aber sie gab mir den Tipp, ab dem 1. Tag und nach jedem Stillen einen Brustwarzenpflegecreme aufzutragen (Diese muss vorm Stillen nicht abgewaschen werden!). Ich bin natürlich direkt ab in den Drogeriemarkt und habe mir eine solche Creme gekauft.

Als meine Tochter dann da war, habe ich auch direkt im Kreißsaal mit dem Stillen begonnen. Jedoch wusste ich – dank meiner vielen Recherchen – das man die Kleinen besser nicht lange an einer Seite lässt.

Maximal 10 Minuten an einer Seite!

Denn die Brust und die Haut drumherum ist diese Belastung einfach nicht gewöhnt. Also habe ich meine Kleine nach ca 10 Minuten abgedockt und an die andere Seite angelegt. Nachdem der Milchfluss dann richtig eingesetzt hatte (dies passiert ja recht schnell, ca. nach 1 bis 2 Tagen) habe ich meine Kleine nur noch jeweils an einer Seite angelegt. Immer nur die 10 Minuten.

Die 4 Stunden Regal ist – sorry – Schrott!

Auch diese Sache mit „alle 4 Stunden anlegen“ ist Blödsinn, das hatten mir schon alle erfahrenen Stillmamis gesagt. Ein Baby bekommt die Brust, immer wenn es Hunger hat. Meine Tochter kam manchmal sogar jede Stunde (nachts übrigens nicht – da war sie sofort bei 4, manchmal auch 5 Stunden). Aber keine Panik: In der Regal habe ich sie alle 2 bis 3 Stunden gestillt. Da es ja nur die 10 Minuten gedauert hat, was es auch nicht wirklich lästig. Und noch etwas: Meine Hebamme hat mich damals auch darin bestätigt, dass man nach 10 Minuten ruhig abdocken könne. Dann gewöhnen sich die Kleinen nämlich nicht das Nuckeln an der Brust an, sondern wissen sehr schnell, dass aus der Brust getrunken wird. Und da Babys Magen eh noch ganz klein ist, passt soviel Nahrung gar nicht rein.

Und noch etwas sagten mir die Hebammen: Die meisten Babys die viel weinen und unruhig sind oder mit Bauchweh zu tun haben, bekommen zu wenig Nahrung (alle 4 Stunden ist oft einfach zu wenig) oder/ und zu viel Nahrung auf einmal (das betrifft auch Flaschenkinder).

Fürs Nuckeln gibt es den Schnuller!

Also ich weiß, es soll so etwas wie eine Saugverwirrung geben. Aber meine Töchterchen hatten ein unglaubliches Nuckelbedürfnis. Da ich es unbedingt vermeiden wollte, dass ihr alle möglichen Besucher den kleinen Finger in den Mund stecken und mir erklären, dass es für Babys ganz beruhigend ist zu nuckeln (Jaja ich weiß das ja!!!), haben wir ihr am 2. Tag bereits einen Schnuller angeboten. Natürlich haben wir beobachtet, ob es zu Problemen an den Brust kommt. Kam es aber überhaupt nicht.

Noch ein Tipp für Neu-Mamis: Die ganz Kleinen saugen den Schnuller noch nicht fest genug. Daher wird er oft verloren. Auch kann es sein, das sie anfänglich den Schnuller immer wieder ausspucken und viele glauben dann, dass die Kleinen den Schnuller gar nicht wollen. Unsere Erfahrung hat aber gezeigt, dass man hier etwas geduldig sein muss: Hat also dein Kleines dieses Nuckelbedürfnis, dann nimmt es den Schnuller irgendwann. Aber habt etwas Geduld. Und haltet anfänglich den Schnuller einfach etwas mit fest.

Trinken Trinken Trinken!

Der letzte Punkt meiner Recherchen war, das Stillmamas mindestens 3 Liter Wasser pro Tag trinken sollten, um eine gute Milchmenge zu haben. Ich gehöre schon immer zu den „Vieltrinkern“. 2 bis 3 Liter Wasser trinke ich locker pro Tag. Besonders in den ersten 4 Wochen habe ich für Belustigung bei meinem Mann gesorgt: Kaum hatte sich meine Tochter angedockt, bekam ich einen Durst. Wahnsinnig Durst! Ich trank also während jedem Stillen rund einen halben Liter Wasser. Nun rechnet euch das mal hoch auf 24 Stunden… Zum Glück hatte mein Mann Urlaub und konnte fleissig Wasserkästen schleppen 😉

Mein Fazit zum Thema stillen:

Auch meine Brust war nach 3 bis 4 Tagen etwas wund. Aber mit einer „Zaubercreme“ meiner Hebamme war das Thema nach einigen Stunden behoben. Schmerzen hatte ich keine beim Stillen (natürlich ist es ein komisches, ungewöhnliches Gefühl anfänglich). Ich würde aber auch beim nächsten Baby wieder diese Punkte beachten:

  • max. 10 Minuten an einer Seite
  • lieber häufiger statt länger stillen
  • Creme direkt mit ins Krankenhaus nehmen und nach jedem Stillen auftragen
  • Schnuller schon sofort parat halten
  • Und: sich bloß nicht auf jeden Pfleger im Krankenhaus verlassen! Das sind nämlich keine Stillberater…

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