DOCH!!! ich stille noch

Aus dem Alltag von Eltern - Mama Kolumne

„Aber stillen tust Du sie nicht mehr, oder?

Es gibt Momente, da lass ich mich durch diese Frage verunsichern – dabei ist es mir eigentlich egal, was die Leute denken und viel wichtiger: Ich bin zu 100 Prozent der Überzeugung, dass es genau das Richtige ist.

Ich meine, unsere Tochter ist mit ihren 18 Monaten weiß Gott in der Lage, alleine von der festen Nahrung und den normalen Getränken zu leben. Und es geht ja auch gar nicht mehr darum, dass sie vom Stillen satt wird. Sie genießt es, (bisweilen) fordert sie es ein und mich stört es einfach überhaupt nicht. In meine alten BHs (die von vor der Schwangerschaft) passe ich schon fast ein Jahr wieder rein. Ich kann mir auch ein bisschen Alkohol erlauben (immerhin stille ich sie nur noch 1 bis 2 Mal am Tag, manchmal ganz früh am morgen und abends, kurz bevor sie schlafen geht.). Da sie nicht an der Brust einschläft, kann Mama abends auch weg sein. Also: Warum ihr das wegnehmen?!

In meinem Bekannten- und Freundeskreis bekommen die meisten Kinder zwischen 1 und 2 noch die Flasche und einige auch nach wie vor die Brust. Also bin ich wohl kaum ein Exot, wenn mein Töchterchen noch ’nuckeln‘ darf. Und bevor ich meinem Kind die Brust wegnehme und stattdessen Milchpulver gebe, dann geb ich ihr doch einfach weiterhin das, was sie gewohnt ist.

Wenn ich darüber mit meinem Mann spreche, dann schaut er mich immer ganz verwundert an und stellt die Frage „Wieso denkst Du überhaupt über die Frage nach? Ist doch total egal. Du machst das so und das ist super. Der Maus geht es spitze. Mit Sicherheit auch deswegen!“

Und dennoch, wenn ich dann auf die Frage nach dem Stillen antworte „Ja – noch so 1 bis 2 Mal am Tag“, dann habe ich immer das Bedürfnis es zu relativieren. Meistens durch Sätze wie „Morgens nur, wenn sie vor 8 Uhr wach wird.“ Aber eigentlich sollte ich doch erhobenen Hauptes antworten „Ja klar. Noch stille ich“ und nicht weiter darüber nachdenken.

Neulich sagte eine Freundin „Ich glaube ich hätte das Selbstbewusstsein nicht mehr, die Kleine in der Öffentlichkeit zu stillen (wohlgemerkt, ihre Maus ist 15 Monate alt).“ An diesen Satz erinnere ich mich noch heute… mit einem Monat wundert sich keiner, mit 6 Monaten auch nicht und wenn Kinder mit 3 Jahren noch mit ner Babyflasche und „Milchpulvermilch“ oder „Kindermilch“ in der Öffentlichkeit rumlaufen, dann ist es auch ok. Aber wenn ein 1,5 Jahre altes Kind die Brust bekommt, dann ist es komisch und sonderbar?

Dabei gibt es zig Studien, die belegen, dass das längere Stillen gesund ist

Das Immunsystem wird beim Aufbau unterstützt, Kinder, die über das 1. Lebensjahr hinaus gestillt werden sind psychisch stabiler, weniger oft krank und langes Stillen hat einen positiven Effekt auf die Entwicklung des Gehirns. Die Muttermilch ist nach wie vor gehaltvoll und deckt auch – und besonders – bei Kleinkinder viele notwendige Vitamine ab und schützt so die Kinder vor Krankheitserregern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt schon seit zehn Jahren, Kinder auch nach Einführung der Beikost noch bis zum zweiten Lebensjahr und darüber hinaus zu stillen, die amerikanische Anthropologin Katherine Dettwyler sagt, dass das optimale biologische Alter zum Abstillen je nach Entwicklung im Alter zwischen zwei und sieben Jahren liegt.

Uff – sieben Jahre wären auch mir zu lang. Aber noch stille ich und werde es auch nicht abrupt beenden. Wenn mein Kind nicht mehr an die Brust will, dann natürlich nicht mehr – aber solange sie noch den Wunsch hat – bitte sehr!

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1 Antwort

  1. 26. Mai 2016

    […] bin ich froh darüber, durchgehalten zu haben. Heute gehöre ich wohl zu den so genannten „Langzeitstillern„, abends und morgens im Bett stille ich meine Tochter auch mit fast 21 Monaten […]

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