Multisicherungen und ihre Tücken

Margarita Ost, Autorin für MommyCircle

Während der Müllwagen gemächlich den Flur entlangrattert, widme ich mich einem anderen Ordnungsthema: Multisicherungen. So heißen diese eleganten (na ja, mehr oder weniger) kleinen Teile, die Schubladen- und Toiletteninhalt vor kleinen neugierigen Fingern schützen sollen. Als mein älterer Sohn in diesem prekären Alter war, in dem das Kind schon überall dran kommt, aber leider weder Gefahrenbewusstsein noch Ekel besitzt, sind wir irgendwie ohne Sicherungen ausgekommen. Nun aber kann ich gar nicht so schnell laufen, wie irgendwo irgendwas ausgeschüttet, umgeworfen und ausgeräumt wird.

Mutlisicherungen mit Baby im Haushalt

Hat sich jemand mal gefragt, warum dieses Stück Keramik so eine unfassbare Anziehungskraft auf Einjährige ausübt?

Daher holen wir uns die Multisicherung von reer (die ja eigentlich immer recht nette und benutzerfreundliche Sachen haben). Vorerst eine. Zum Test an der brisantesten Stelle: der Toilette. Hat sich jemand mal gefragt (Freud, der alte Lümmel, zum Beispiel), warum dieses Stück Keramik so eine unfassbare Anziehungskraft auf Einjährige ausübt? Bis zur Analphase ist es ja noch was hin, oder? Ich meine mich entsinnen zu können, dass Löcher in der Erde in heidnischen Zeiten die Verbindung zur Unterwelt darstellten. Doch was wissen Babys schon über die Unterwelt? Aber egal, das nur so am Rande.

Jedenfalls hat diese einfach aussehende Vorrichtung zwei Tücken.

Die erste: im nicht angebrachten Zustand lässt sie sich nicht öffnen. Diesen Tipp habe ich von einer Freundin gerade noch rechtzeitig vor einer eventuell peinlichen Situation bei der Rückgabe im Geschäft bekommen. Also: erst drankleben, dann drehen.
Tücke Nummer zwei: man sollte die Sicherung andrücken und sie 24 Stunden lang „ruhen“ lassen. Das wiederum ist mit zwei Kleinkindern, die alles Neue sofort betatschen und auf Festigkeit überprüfen müssen, nicht unbedingt einfach. In der ersten Stunde muss ich die Toilette mit Händen und Füßen verteidigen. Zumal sie mit so einem Accessoire gleich um etwa zehn Attraktionsstufen gewinnt. Danach gebe ich auf und die Sicherung fliegt binnen zehn Sekunden auf den Boden. Es helfen weder abgeschlossene Türen, noch Drohungen. Stoisch klebe ich sie nach jeder Schändung wieder dran. „Irgendwann muss das ja langweilig werden,“ denke ich mir. Und das wird es tatsächlich. Die Sicherung kann aufatmen und ich mit ihr. Wundersamerweise hält sie auch nach etlichen geglückten Entfernungsversuchen noch recht gut.

Test bestanden. Alle glücklich.

 


Margarita_Ost_freie_uebersetzerin_autorin_mommycircleMargarita Ost ist 1986 in Moskau geboren und wuchs in Texas, Genf, München und Aachen auf. Sie studierte Literaturwissenschaft in München und Moskau und machte danach eine Ausbildung zur Übersetzerin in Russisch und Englisch.

Sie ist verheiratet mit einem Flamenco-Gitarristen (damit ja keine Langeweile aufkommt), hat zwei Söhne (Daniel *2012 und Mark *2014), zwei Hunde und eine Spinne namens Putin im Schrank.

Mehr von Margarita…

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.