Prenatal-Yoga: Eure Fragen an Kati und MonaFee

Prenatal Yoga Schwangeren Retreat Breitenteicher Mühle
MonaFee und Kati

Vor ein paar Wochen haben wir über Prenatal-Yoga berichtet. Einige von Euch hatten noch Fragen. Andere sind eventuell noch unsicher, ob Yoga etwas für sie ist. Wir haben Kati und MonaFee ein paar Fragen gestellt, die euch vielleicht bestärken mit Yoga während oder nach eurer Schwangerschaft anzufangen.


Hallo Kati, Hallo MonaFee,

danke dass ihr Euch für uns bzw unsere Leserinnen ein paar Minuten Zeit nehmt. Wir haben mal alle Fragen zusammengestellt, die den Mamis noch auf der Seele liegen:

MommyCircle: „Wielange seid ihr schon als Yoga-Lehrerinnen tätig?“

Kati: Ich unterrichte jetzt seit fast 2 Jahren, praktiziere selbst seit 8 Jahren Yoga.

MonaFee: Ich unterrichte seit 2011 und praktiziere seit fast 10 Jahren Yoga.

„Warum legt ihr euren Schwerpunkt auf das Prenatal-Yoga?“

Kati: Für mich war von Anfang an klar – wenn ich meine Ausbildung zur Yogalehrerin mache, dann bilde ich mich auch für den Pre- und Postnatal Bereich weiter. Schon im Alter von 15 Jahren wollte ich den Beruf der Hebamme lernen, nach meiner Ausbildung und anschließende Tätigkeit als Krankenschwester habe ich mich dann erstmal anderen Interessen gewidmet. Jetzt hat sich der Kreis geschlossen und ich bin endlich dort angekommen, wo ich schon damals mit 15 sein wollte – ich begleite fast täglich werdenden und frischgebackenen Müttern und empfinde dies als Privileg und Ehre.

MonaFee: Nach meiner Ausbildung zur klassischen Vinyasa- Flow Lehrerin stand für mich ausser Frage, dass ich die Pre- Postausbildung machen wollte. Ich selbst, hatte schon seit ich ein kleines Mädchen war den Traum eine eigene Familie zu gründen. Andere Frauen in Ihrer Schwangerschaft zu begleiten, ihr Vertrauen zu haben war und ist für mich eine grosse Ehre. Gerade durch meine eigene Schwangerschaft wusste ich die positiven Eigenschaften des Yogas zu schätzen und genoss es Prenatal-Yoga zu unterrichten. Ich liebe es schwangere Frauen zu unterrichten, sie auf ihrem Weg von der Frau hin zur Mutter zu begleiten. Zudem entsteht, im Vergleich zu meinen klassischen Vinyasa-Flow Klassen, eine ganz besondere Energie im Raum. Ich liebe gerade  die weichen Gegensätze zu meinen sonst sehr kraftvollen und dynamischen Klassen.

„Warum ist Yoga für werdende Mütter eine so gute Sportart?“

Kati: Prenatal Yoga ist für den schwangeren Körper konzipiert. Die Hormone, die während einer Schwangerschaft vom Körper ausgeschüttet werden, stellen den ganzen Körper auf „weich“. Das bedeutet, die Gelenke, Muskeln, Sehen und Bänder stabilisieren den Körper nicht mehr so wie davor. Damit steigt das Verletzungsrisiko. Schwangerschaftsbedingte Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit oder Rückenschmerzen können gezielt gelindert werden. Außerdem sollte man jegliche Enge und Anspannung im Bauchraum vermeiden, denn dort lebt ja der kleine Zwerg, der wachsen und gedeihen will und dazu braucht er Platz. Ein weiterer Gewinn ist die Stressreduktion, die das regelmäßige Praktizieren mit sich bringt. Im Prenatal Yoga geht es aber vor allem auch darum, schon frühzeitig Kontakt zu dem kleinen Untermieter aufzunehmen, die Bindung zu stärken und zu fördern – denn Muttersein beginnt nicht erst mit dem Tag der Geburt, sondern schon lange davor. Denn die Zeit während der Yogaklasse ist Zeit, die nur der werdenden Mutter und ihrem Baby gehört. Zeit, um die Schwangerschaft, dieses unglaubliche Wunder zu zelebrieren.

MonaFee: Kati hat bereits alle Vorteile aufgezählt. Das Schwangeren Yoga ist genau auf die heutigen Bedürfnisse einer werdenden Mutter ausgerichtet. Und dies ist nicht in allen Sportarten gewährleistet. Natürlich gibt es auch andere Sportarten die Dich körperlich fit halten. Aber im Prenatal-Yoga geht es mehr als über die körperliche Fitness hinaus. Es geht auch um die mentale Stärke und Vorbereitung für ein Leben zu Dritt.

Die Ruhe und Gelassenheit der Mutter überträgt sich natürlich auch auf das ungeborene Kind. Vor allem aber dieses Loslassen, sich komplett dieser Urgewalt hingeben den Kopf auszuschalten und sich ganz diesem Schöpfungsprozess hingeben fällt vielen Frauen nicht leicht. Oftmals versuchen die Frauen die Kontrolle bis zum Schluss über ihren Körper aufrechtzuerhalten und stehen sich selber hierbei am Ehesten im Weg. Yoga hilft den Frauen sich komplett auf dieses Wunder einzulassen, nichts mehr halten und kontrollieren zu müssen sondern eben tiefer in das Spüren des eigenen Körpers zu gehen.
Viele Frauen unterschätzen die Geburt, die Kraft die sie für diesen kleinen körperlichen aber auch psychischen „Marathon“ benötigen, bis sie letztendlich die Zielgerade überqueren und ihr Kind in den Armen halten. Oft wird mir im Postnatal erzählt wie dankbar die Frauen sind, dass sie durch das Yoga die Kraft hatten eben ganz natürlich ohne jegliches Zutun das Kind auf die Welt zu bringen.

„Kann man Yoga auch Rückbildungsbegleitend machen?“

Kati: Postnatal Yoga wird auch von vielen Yogaschulen angeboten. Die Mütter kommen mit ihren Babys zum Unterricht, was durchaus für eine Menge Lärm führen kann. Postnatal Yoga unterstützt die die Rückbildung und wird begleitend zur Rückbildungsgymnastik empfohlen. Der Muskeltonus und Stabilität werden gefördert, körperliche Kraft wieder gezielt aufgebaut und so steigt das körperliche und geistige Wohlbefinden.

MonaFee: Auf alle Fälle. Postnatal-Yoga bringt die Frauen wieder zurück in ihre alte Stabilität, der Fokus liegt klar auf der Körpermitte. Die Frauen wieder zu zentrieren, den Beckenboden zu trainieren, ist einer der Schwerpunkte.
Wichtig ist mir jedoch auch den Frauen wieder eine Aufrichtung in der Brustwirbelsäule zu verschaffen. Durch das viele Stillen und Tragen sind oftmals Fehlhaltungen vorprogrammiert.

MommyCircle: „Benötigt man Yoga-Vorkenntnisse, um an eurem Prenatal Retreatkursen teilzunehmen?“

Kati: Für unseren Retreat sind keinerlei Vorkenntnisse nötig, denn viele Frauen finden dank ihrer Schwangerschaft zum Yoga. Vor allem bei dem Retreat ist es eine tolle Möglichkeit, erste Schritte auf der Yogamatte zu wagen, da gleich zwei Lehrerinnen vor Ort sind.

MonaFee: Gerade die modifizierten Haltungen erlauben einen Einstieg zu jeder Zeit der Schwangerschaft, es sind keine Vorkenntnisse nötig. Viele Frauen kommen innerhalb ihrer Schwangerschaft das erste Mal überhaupt in Berührung mit Yoga und bleiben dann dabei, weil sie die positiven Auswirkungen auf Körper & Geist und Seele zu schätzen gelernt haben.

Was ist der Unterschied zu den normalen Yoga-Kursen? Was ist das besondere an Schwangerschaftsyoga?“

MonaFee: Eine grosse Anzahl der klassischen Yogahaltungen ist für die Schwangern eher ungeeignet. Das Prenatal-Yoga ist auf die Bedürfnisse der schwangeren Frauen speziell ausgerichtet ohne dabei dem Kind zu schaden. Die Haltungen, Asana – Abfolgen sind modifiziert und abgewandelt oder werden ganz weggelassen,weil sie das Wohl des Kindes gefährden, bspw. geschlossene Drehungen und Bauchmuskeltraining.
Im ersten Trimenon gilt oftmals die Devise weniger ist mehr, die Mutter sollte einen Gang zurück schalten. Im zweiten Trimeon darf sich die Frau gerne durch modifizierte Haltungen fordern.
Im letzten Trimenon setzen sich die Frauen konkreter mit der Geburt und er Zeit nach der Geburt auseinander. Mit gezielten Atem und Körperübungen werden die Frauen auf die Geburt vorbereitet. Gerade das Thema „Loslassen“ spielt eine grosse Rolle in der heutigen Zeit.

„Ein Yoga Retreat für Schwangere, wie kam es zu dieser Idee und was ist euch dabei wichtig?“

MonaFee:
Kati und ich unterrichten bereits seit mehreren Jahren in diversen Berliner Studios schwangere Frauen. Wir sprachen eines Tages über unsere Prenatal-Klassen und wie gern die Schwangeren, gerade die körperlich sehr fitten, mehr als nur die üblichen 75 min Yoga am Tag in den Prenatal-Klassen absolvieren wollen. Es war aber nicht nur alleine die Yoga-Praxis, sondern auch die Gespräche mit den Mamis vor und nach jeder Stunde, die die Frauen als sehr bereichernd empfanden. Der ungezwungene Austausch mit anderen, die gerade das selbe durchleben, egal ob es erst das erste, das zweite oder dritte Kind sein mag, jede Frau sollte die Möglichkeit haben aus ihrem Alltag auszusteigen und in eine tiefe Verbindung mit sich und dem umgeborenen Kind kommen und dies nicht nur beschränkt auf die 75 min während einer Präntal-Klasse oder abends beim ins Bett gehen wenn der Untermieter noch nicht schlafen will. Die körperliche Fitness die Vorbereitung auf die Anstrengungen während der Geburt als auch das wieder zurück kommen in die alte Stärke sind das eine aber vor allem auch das mentale Vorbereiten, das Loslassen sind eine wichtige Säule in unserem Unterricht. Die Geburt eines Kindes erfordert zum einen eine Menge Kraft, Ausdauer wie auch Flexibilität und zum anderen eine tiefe innere Ruhe, Entspannung, Intention und Hingabe. Yoga hilft den Schwangeren dies zu erlangen. Es ist und bleibt ein grosses Wunder und sich diesem hinzugeben, sich auf diesen Schöpfungsprozess einzulassen ist eine große Einladung.

„Ist es einmalig oder bietet ihr so ein Wochenende regelmäßig an?“

MonaFee: Wir haben ein sehr positives Feedback bis jetzt erhalten und werden nach jetzigem Stand in regelmäßigen Abständen Prenatal-Retreats abhalten. Wir sind bereits auf der Suche nach weiteren magischen Plätzen innerhalb Deutschlands, jedoch ist die Messlatte dank der wunderbar liebevoll restaurierten Breitenteichermühle hoch gelegt.

Vielen Dank für Eure Antworten. Wir wünschen Euch viel Erfolg und viel Entspannung!
MommyCircle


Mehr Infos und Anmeldemöglichkeiten zum 1. Schwangeren-Yoga Retreat von Kati und MonaFee vom 24. bis zum 27.09.2015 findet ihr unter:

www.monafee.yoga
www.yogatastic.de

www.facebook.com/prenatalyogaretreat

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