Was kommt nach der Babyschale? Oder: Wie ein Reboarder das Leben deines Kindes retten kann!

Warum Reboarder die besseren Autositze sind
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Dieser Beitrag ist für mich eine Herzensangelegenheit aus aktuellem Grund: Eine Freundin von mir brachte uns die Tage mit dem Auto nach Hause, an Board waren auch unsere Töchter (beide 14 Monate). Fünf Minuten nachdem sie uns abgesetzt hatte schrieb sie mir, dass sie gerade einen Autounfall hatte. Ein anderes Auto ist ihr hinten aufgefahren. Sie würde nun mit ihrer Tochter ins Krankenhaus fahren, damit abgeklärt wird, ob etwas mit ihr ist. Sie selber hätte Nacken- und Rückenschmerzen und ihr kleiner Finger täte weh.

Eine Stunde später dann die gute Nachricht: Der Kleinen ist nichts passiert. Zum Glück saß sie im Pebble von Maxi-Cosi rückwärtsgerichtet. Meine Freundin hingegen hat den kleinen Finger ausgekugelt und eben eine Stauchung im Nacken- und Wirbelsäulenbereich. Der Unfall passierte innerorts, also mit verhältnismäßig geringer Geschwindigkeit.

Du solltest dein Kind unbedingt solange in der Babyschale lassen, wie es geht. Das heißt, bis der Kopf deines Kindes einen Finger breit unterhalb des oberen Randes ist.

Nun – unsere Kinder sind mit 14 Monaten noch nicht aus dem Maxi-Cosi Pebble rausgewachsen, jedoch ein weiteres Jahr werden sie nicht mehr in die Babyschale passen. Natürlich haben wir bereits angefangen, uns Gedanken zu machen, auf welchen Folgesitz unsere Wahl denn fallen würde. Sicher für uns ist: es wird ein Reboarder (z.B. Maxi-Cosi 2way Pearl).

Rückwärtsgerichtet ist sicherer

Mittlerweile ist es weithin bekannt und durch diverse Crashtests belegt, dass das rückwärtsgerichtete Fahren das sicherste für Kinder bis mindestes drei (besser vier) Jahren ist. In anderen Ländern, allen voran Skandinavien, sind rückwärtsgerichtete Kindersitze viel weiter verbreitet, was sich auch in zahlreichen Unfallstatistiken positiv wiederspiegelt. Für uns ist daher die Entscheidung für einen Reboarder indiskutabel. Wieso? Bitte lest weiter:

Es gibt viele Statistiken und Crashtests die belegen, dass ein Reboarder die Gefahr schwerer Verletzungen bei einem Frontalunfall um 90 %, vorwärts gerichtete Kindersitze jedoch nur um 60 % reduzieren. Erklärt ist dies ganz einfach: Bei kleinen Kindern ist der Kopf im Verhältnis zum Körper sehr schwer. Außerdem ist die Muskulatur im Nacken noch nicht final ausgebildet. Bei einem Aufprall und einem nach vorne gerichteten Kindersitz, saust der Kopf nach vorne. Oft endet so etwas in einer Querschnittslähmung oder sogar einem Genickbruch. Durch die starke Zugkraft wird das Rückenmark in der Wirbelsäule stark überdehnt. Bei den Reboardern wird dein Kind feste in den Sitz gedrückt. Die Rückenlehne fungiert als Schutzschild. Selten passieren hier schlimme Verletzungen.

Nun, Bilder sagen mehr als 1000 Worte:

Und hier noch ein paar Mythen:

  1. „Mein Kind möchte nach vorne schauen – es sieht rückwärtsgerichtet ja gar nichts.“
    Falsch: Zum einen haben die Kinder einen wahren Panoramablick aus der Heckscheibe, zum anderen können sie – entspannt nach hinten gelehnt – Objekte viel länger im Auge behalten, da sie nicht so schnell aus ihrem Blickfeld fliegen. Bei den nach vorne gerichteten Sitzen verdeckt dessen Kopfstütze in den meisten Fällen die Sicht aus dem Seitenfenster und der Fahrer- bzw. Beifahrersitz den Blick nach vorne.
  2. „Mein Baby weint plötzlich in der Babschale, es mag das rückwärtsgerichtete Fahren wohl nicht mehr.“
    Mag sein das es weint, aber nicht, weil es nach vorne sehen will. Diese Blickrichtung kennt es ja überhaupt nicht. Irgendwann, mit etwas über einem Jahr, wird den meisten Kinder das liegen im Auto tatsächlich langweilig. Sie kennen die aufrechte Sitzposition bereits außerhalb des Autos und die Babyschale ist recht tief, sodass sie nicht sehr viel sehen können. Reboarder haben in der Regel zwei Sitzpositionen (eine liegende und eine aufrechte) und die Sitzfläche selber ist viel höher. Dein Kind kann nunmehr also viel besser heraussehen.
    Übrigens: Sollte deinem Kind übel werden beim Autofahren, hat dies nichts mit dem Rückwärtsfahren zu tun: Der Gleichgewichtssinn bildet sich erst ab 4 bis ca. 6 Jahren aus, erst dann kann es „reisekrank“ werden.
  3. „Die Beine meines Kindes passen ja gar nicht mehr rückwärtsgerichtet hinter den Sitz.“
    Doch, tun sie wohl. Und auf langen Fahrten ist es sogar bequemer, wenn die Beine im Schneidersitz, auf den Seiten des Rücksitzes oder irgendwo anders liegen, als gerade und hinter dem Vordersitz herunterzubaumeln (an den sie ja oftmals auch noch dranstoßen). Außerdem ziehen die herunterhängenden Beine an der Wirbelsäule, was auf Dauer auch unbequem und ungesund ist.
    Dieses Video zeigt ein paar lustige Bilder, wie auch größere Kinder rückwärtsgerichtet sitzen und prima mit ihren langen Beinen klarkommen.
  4. „Reboarder sind so teuer.“
    Naja, geschenkt bekommt man alle Autositze nicht. Der Maxi-Cosi 2way Pearl kostet aktuell [Stand 09.09.2015] um die 280 Euro. Er ist ab 9 Kilo (67 cm Körperlänge) bis 18 kg (105 cm Körperlänge) geeignet. Somit bis ungefähr 4 Jahre. Er ist also sehr langer nutzbar.
    Und auch wenn es komisch und abgedroschen klingt: Ein Autositz ist wesentlich günstiger als Folgen einer Verletzung bei einem Unfall.

Also bitte – liebe Mamas (und Papas), die nun vor dem Kauf eines Folgesitzes stehen: Entscheidet euch für einen Reboarder.


Hier noch weitere Fakten und Informationen:

Kinder bis vier Jahre sollten rückwärts sitzen | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Warum sind Reboarder so viel sicherer?

Die Webseite vom Reboard-Kindersitze e.V.

ARD Ratgeber: Auto-Reise-Verkehr – Reboarder-Kindersitze – 25.11.2012

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